Berlin begrüßt „Petrified Survivors“: Erstes internationales Denkmal für Überlebende sexueller Gewalt in Konflikten eingeweiht

Berlin, 9. September 2025 – Heute wurde die Skulptur Petrified Survivors der britischen Künstlerin Rebecca Hawkins auf der Ernst-Friedrich-Promenade im Brüsseler Kiez, in unmittelbarer Nähe zum Anti-Kriegs-Museum, eingeweiht. Es handelt sich um das erste Denkmal, das weltweit allen Opfern und Überlebenden sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten gewidmet ist, unabhängig von nationaler Zugehörigkeit.

Die Skulptur entstand in Zusammenarbeit mit 20 internationalen Organisationen und Überlebenden aus über 30 Ländern. Ein dreijähriger weltweiter Konsultationsprozess stellte sicher, dass das Design der Skulptur die Lebensrealitäten von Überlebenden auf der ganzen Welt widerspiegelt. Nach ihrer offiziellen Enthüllung im Juli in Den Haag findet die Skulptur nun für zwei Jahre ein vorübergehendes Zuhause in Berlin. Danach wird Petrified Survivors nach Wassenaar in den Niederlanden weiterreisen.

Der Berliner Verein SASVIC e.V. stellte den Antrag auf temporäre Aufstellung, welcher vom Bezirk Mitte bewilligt wurde. SASVIC e.V. engagiert sich für die Umsetzung der weltweiten Ächtung sexualisierter Gewalt in Konflikten.

Zur feierlichen Einweihung versammelten sich geladene Gäste, Anwohner sowie internationale Unterstützer. Die Bezirksbürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort.

Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad, deren Organisation Nadia’s Initiative Teil der Petrified Survivors Kampagne ist, richtete ebenfalls bewegende Worte an die Anwesenden: „Dieses Denkmal ist ein lebendiges Zeugnis für das Leid und die Widerstandskraft der Überlebenden. Unsere gemeinsamen Geschichten und Symbole der Hoffnung sind in die Skulptur eingraviert – und stellen sicher, dass unsere Stimmen und Erfahrungen gehört werden. Dass die Skulptur an diesem prominenten Ort in Berlin steht, wird sicherstellen, dass konfliktbezogene sexualisierte Gewalt nicht in Vergessenheit gerät.”

Rebecca Hawkins, die Künstlerin hinter der Skulptur, sagte bei der Enthüllung: „Sexualisierte Gewalt ist eines der ältesten und zugleich gegenwärtigsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, das in nahezu jedem Konflikt vorkommt. Durch die Begegnungen mit Überlebenden aus verschiedenen Kontexten wurde mir bewusst, wie dringend es ein Denkmal braucht, das alle Überlebenden vereint – unabhängig davon, wo und wann ihnen Gewalt widerfahren ist. Ich hoffe, dass dieses Werk zu nachhaltiger Anerkennung und gesellschaftlicher Veränderung beiträgt. Es geht darum, ein kollektives Zeichen für Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu setzen.“

Bei einem anschließenden Lunch gab es einen Impuls der Bundesministerin Dorothee Bär. Daniel Walther, Vereinsvorsitzender von Society Against Sexual Violence in Conflict e.V. sagte: „SASVIC wird einen Beitrag leisten für das Ziel einer tatsächlichen Ächtung dieser Fratze von Konflikten und setzt hier stark auf eine Unterstützung durch die Bundesregierung.“

Kontakt:

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: media@sasvic.org

Über Society against Sexual Violence in Conflict e.V. (SASVIC)

Society Against Sexual Violence in Conflict e.V. (SASVIC) hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zur tatsächlichen Ächtung von sexualisierter Gewalt in Konflikten zu leisten. Der gemeinnützige Verein wurde im Juni 2024 in Berlin gegründet.