Über sexualisierte Gewalt in Konflikten
Konfliktbezogene sexualisierte Gewalt (CRSV) ist einer der verheerendsten und zugleich am wenigsten berichteten Aspekte moderner Kriegsführung.
„For too long, the world has allowed sexual violence to be deployed as cheap, silent and effective weapon against whole communities. Cheap, because it is cost free. Very effective, because it does not only affect the victim, it affects whole families, the communities.“
– Pramila Patten, Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für sexualisierte Gewalt in Konflikten
CRSV umfasst Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei, Zwangsprostitution und andere Formen sexuellen Missbrauchs, die im Kontext von Krieg oder bewaffnetem Konflikt begangen werden.
Diese Verbrechen haben nahezu jeden Konflikt in der Geschichte geprägt – sie hinterlassen ein Leben voller Leid und Belastung für die Überlebenden, zerstören Lebensgrundlagen und zerschlagen ganze Gemeinschaften.
Frauen und Kinder sind überproportional betroffen – sie machen etwa 95 % der gemeldeten Fälle aus, auch wenn Männer ebenfalls Opfer sind. Die Folgen sind weitreichend: Sie beeinträchtigen die körperliche, psychische und reproduktive Gesundheit der Überlebenden ebenso wie ihren Zugang zu Bildung und wirtschaftlichen Perspektiven. Kinder, die infolge einer Kriegsvergewaltigung geboren werden, sind oft ein Leben lang mit Stigmatisierung und Ausgrenzung konfrontiert.
Die Bekämpfung von CRSV ist entscheidend, um Gesellschaften zu schützen und dauerhaften Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in Nachkriegsgesellschaften zu ermöglichen. Dies erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der öffentliche Aufklärung, Unterstützung der Überlebenden und ihrer Kinder – durch Zugang zu rechtlicher, medizinischer und finanzieller Hilfe – sowie die konsequente strafrechtliche Verfolgung der Täter umfasst.